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Rebmesser „Quartier-Nobelpreis“ für den BachserMärt Seefeld

Was für ein überraschendes Geschenk: Der BachserMärt Seefeld hat vom Quartierverein Riesbach den Rebmesser „Quartier-Nobelpreis“ erhalten, eine besondere Auszeichnung für den Beitrag an ein lebendiges Quartier.

Die Freude unsererseits ist gross!
Herzlichen Dank dem Quartierverein Riesbach für die Würdigung unserer Arbeit und herzlichen Dank unserem Team im BachserMärt Seefeld für den tollen Einsatz dank dem der BachserMärt Seefeld zu einem Kleinod im Quartier werden konnte.

Ein Bio-Kleinod im Quartier – Interview des Quartiervereins Riesbach mit dem BachserMärt-Gründer Patrick Honauer
Herzliche Gratulation, Patrick, für den erhaltenen „Rebmesser“, unseren „Quartier-Nobelpreis“. Nun möchten wir etwas Näheres vom BachserMärt erfahren, und fragen Dich deshalb: Wo genau, wann und weshalb wurde dieses spezielle Biogeschäft gegründet?
Danke für die Verleihung des Preises. Es ist uns eine grosse Freude, dass wir im Quartier als ein tragender und beriechender Ort wahrgenommen werden. BachserMärt wurde 2008 im Dorf Bachs gegründet. Die Idee dahinter ist, mittels regionalen Lebensmittelnetzwerken die richtig guten und sinnvollen Lebensmittel direkt in die Stadt und deren Quartiere zu bringen. Um den kleinen, regenerativ und nachhaltig arbeitenden Höfen einen Absatzkanal zu ermöglichen, braucht es kleinere Verteilstrukturen als diejenigen der Grossverteiler. Die Konzentration der Marktmacht durch die grossen Lebensmittelversorger in der Schweiz und weltweit ist besorgniserregend. BachserMärt ist dazu eine wirkliche Alternative.

Was sind die Besonderheiten der Produkte?
Auf der kleinen Fläche von 74m2 findet sich ein kompaktes und sehr ausgewähltes Sortiment mit Erzeugnissen von Kleinproduzenten. Viele Produkte sind direkt ab Hof (Gut Rheinau, SlowGrow, usw.). Eine grosse Vielfalt an nachhaltig produzierten Frischprodukten, Getränken und Brot ist das Markenzeichen.

Wie waren die Anfänge und die damit verbundenen Herausforderungen?
Der Start war einfach, da an die vorhergehenden Genossenschaft, dem Bioladen „Paradiesli“, im Jahr 2013 direkt angeknüpft und uns dieser übergeben werden konnte. Dank der Unterstützung der Genossenschafter:innen konnte der Betrieb in der heutigen Form an der tollen Lage so viele Jahre finanziert und weitergeführt werden. Besonders erwähnt werden muss dabei die kooperative und unterstützende Zusammenarbeit mit der Familie Aporta, der Besitzerin der Liegenschaft. Wir starteten im Quartier mit Workshops, um uns zu vernetzen und bekanntzumachen. Mit der Zeit konnten Erfahrungen gesammelt und das Netzwerk an Kleinproduzenten mit jedem zusätzlichen Laden ausgebaut werden. Und natürlich trug und trägt die treue Kundschaft zum Erfolg bei.

Gibt es Partnerbetriebe und Produkte im BachserMärt mit einer speziellen Geschichte?
Mit dem Hof SlowGrow z.B. haben wir ein gewerbliches Gemüseabo, ähnlich den Gemüsekisten-Abos für Private, getestet. So hatte der Hof in seiner Aufbauhase monatlich eine fixe Einnahme und wir erhielten, was der Boden und Gemüsegarten hergab. Die Lieferungen waren immer eine Überraschung, dafür wurde nicht auf Halde produziert.

Viele Bioläden verschwinden leider wieder; wie schafft es der BachserMärt-Seefeld sich dennoch zu behaupten?
Das Überleben hängt von den Kund:innen ab, d.h. ob sie auch bereit sind, für ethische, soziale und ökologische Werte etwas mehr zu bezahlen. Kleinstrukturierte Betriebe wie der BachserMärt und unsere kleinen Höfe und Manufakturen haben höhere Kosten. Das Lebensmittelbusiness ist ein Mengengeschäft. Die Schweizer Grossverteiler schliessen sich europaweit zusammen, um möglichst grosse Mengen zu möglichst niedrigen Preisen zu beschaffen. Da können und wollen wir nicht mithalten. Unser heutiges Foodsystem ist nicht resilient. Es braucht nur ein kleines Puzzleteil, das ausfällt, und schon brechen die grossen Warenströme zusammen. Die Covid-Pandemie hat uns dies bestätigt. Wir hatten nie Lieferprobleme, obschon der Absatz damals rasant gestiegen war. Kleinmaschige Strukturen sind widerstandfähiger gegen Krisen. Wir vernetzen uns aktiv mit ähnlichen kleinen Läden und Betrieben, um Synergien zu nutzen. Preise drücken wir nie. Denn jeder Preisdruck im Ladenregal landet am Schluss auf dem Hof, beim Boden und bei der Natur. Die Natur will mit Sorgfalt gehegt und gepflegt sein und nicht unter dem Druck des Preises kaputt gehen. Löhne und Arbeitszeiten rund um die Ernährung sind tief und oft nicht einmal existenzsichernd. Ist das fair? Wir geben Gegensteuer. Wir behaupten uns ebenfalls dank dem sehr engagierten Team bei uns, und mit der sensibilisierten Kundschaft ist der Laden zukunftsfähig.

Kannst Du uns bitte noch etwas über das Arbeitsintegrationsprogramm berichten?
Wir bieten seit Jahren in Kooperation mit axisBildung inklusive Ausbildungsplätze an, und übernehmen Verantwortung für eine Berufsbildung für alle.

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